Die enorme Kraft der Freundlichkeit

Handlungen des Herzens, um die Welt zu erleuchten

Yoga bedeutet „Verbindung“ – was soviel bedeutet, wie dass NICHTS getrennt ist. Weder Du und ich, noch ich und die Natur, weder Mann und Frau, noch Christen und Moslems, weder Himmel und Erde – das Göttliche ist genauso in uns Menschen, wie der Mensch im Göttlichen ist. Meint Yoga. Die alten yogischen Weisen haben bis in die hintersten Winkel von Körper, Geist und Seele geforscht, um herauszufinden, was es genau ist, das uns trennt und quält und wo der Sinn und die Befreiung in all dem liegt, was sich Leben nennt. Sie kamen zu der Erkenntnis, dass das, was uns letztlich trennt, unser Geist ist und nicht die Natur der Dinge und Menschen, sondern das, wie wir darüber denken . Wenn wir also unseren Geist befreien, befreien wir uns selbst und das wirkliche Ich kommt ans Licht und wir finden den Sinn in tieferen Bereichen der Existenz.

Was hat das nun alles mit der Überschrift „Freundlichkeit“ zu tun? In der heutigen Zeit konzentrieren wir uns oft darauf, was uns trennt – von der Natur, voneinander – wie wäre es, wenn wir uns auf das konzentrieren, was uns verbindet und uns auf das konzentrieren, was sich jede:r zutiefst wünscht? Beginnen wir mal damit.

 

„Was wir alle gemeinsam haben, ist die Wertschätzung von Freundlichkeit und Mitgefühl;

alle Religionen haben dies. Liebe. Wir alle neigen zur Liebe.“

Richard Gere

 

Das, was uns zutiefst bewegt, ist, verstanden zu werden, auch wenn man anderer Meinung ist, geliebt und freundlich behandelt zu werden. Güte zu zeigen und zu erfahren ist also das A und O der Welt. Das ist die Basis, auf der dann auch unsere Sicherheit und Gesundheit aufbaut. In der Freundlichkeit liegt etwas, das sich wirklich gut anfühlt. Eine freundliche Geste oder ein zufälliger Akt der Liebenswürdigkeit ist eine Handlung, mit der Du das Leben einer anderen Person und Dein eigenes maßgeblich verbesserst.

Zufällige Akte der Freundlichkeit heben nachweislich unsere Stimmung und unsere geistige Gesundheit. Wenn wir anderen helfen, indem wir eine liebenswerte Tat vollbringen, fördert dies positive physiologische Veränderungen im Gehirn, die mit Glück verbunden sind. Taten der Güte und der Freundlichkeit mögen in diesen Tagen schwer fassbar erscheinen, wo die Welt mit einer Pandemie zu kämpfen hat, die uns dazu bringt, Abstand voneinander zu halten; anderen zu helfen verbessert jedoch die soziale Unterstützung, es hilft der gesamten Gesellschaft, dem gesamten Planeten, als Gemeinschaft wieder auf die Beine zu kommen. Vereint sind wir viel stärker, um aktuelle Probleme zu bewältigen und uns sinnvoll zu betätigen. Es ist die Trennung, die uns schwach macht.

Die Macht der Freundlichkeit kann eine sehr kleine und kostengünstige Sache sein, wie zum Beispiel ein Lächeln einer uns fremden Person gegenüber. So einfach so wirkungsvoll! Es gibt so viele Möglichkeiten zu zeigen, dass wir uns kümmern!

Hier sind einige Ideen, wie wir sichere, stimmungsaufhellende Taten der Freundlichkeit für Familie, Freunde, Nachbarn, die Natur, die Gesellschaft – ja den ganzen Planeten ausführen können:

  1. Freundlich zu sich selbst zu sein
    Freundlichkeit beginnt in erster Linie bei und in uns selbst! Ich habe eine Liste zusammengestellt, wie man zu Hause mit sich selbst liebenswert sein kann. Da wir letztlich die meiste Zeit zu Hause verbracht haben, dachte ich mir, dass dies der perfekte Ort ist, um diesen Dezember mit Selbstfürsorge zu beginnen – bitte klicke hier,um Dich von 12 Tipps für Selbstliebe zu Hause verwöhnen zu lassen und hier für Ideen der Selbstreflexion am Morgen und Abend.
  2. Den Kaffee/das Essen der Person in der Schlange hinter oder am Tisch neben uns zu zahlen
    Ich liebe diese Idee, weil sie einfach, leicht und praktisch ist. Es ist eine süße Überraschung für die ahnungslosen Empfänger:innen (die diese Freundlichkeit hoffentlich an andere weitergibt). Wenn Du nicht über das nötige Kleingeld verfügst, schicke den Fremden hinter Dir ein Lächeln, oder mach ihm/ihr ein Kompliment oder frage kurz, wie es ihm/ihr geht.
  3. Einen geliebten Menschen anrufen, nur um ihm/ihr zu sagen: „Ich denke an Dich“, oder  einen Brief oder eine Postkarte mit der Hand schreiben
    Wir kommunizieren so viel über Textnachrichten, soziale Medien und sogar E-Mails, aber nichts kann das Erlebnis ersetzen, einen geliebten Menschen über Deine Witze lachen zu hören oder ihm aufgeregt die letzten Neuigkeiten aus Deinem Leben mitzuteilen oder einen handgeschriebenen Brief oder eine Postkarte zu erhalten. Warum schreiben wir dieses Jahr nicht wieder festliche Karten von Hand? Rufen wir jemanden an oder schreiben  wir der Personr, die uns besonders am Herzen liegt, und lassen sie wissen, dass wir an sie denken
  4. Karma Yoga

bedeutet selbstloser Dienst. Wir tun etwas zum allgemeinen Wohle, manchmal auch speziell für weniger glückliche Menschen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten.

Sich um unsere Gemeinschaft kümmern
Nach unserem älteren Nachbarn sehen, jemandem, der krank ist, eine Mahlzeit bringen oder  Freundie, der einen schweren Tag hatten, etwas abnehmen.

Care-Pakete für Obdachlose und Waisenhäuser
Obdachlosigkeit ist eine schwierige Sache und in den kalten Wintermonaten kann sie eine besondere Herausforderung darstellen. Care-Pakete im Winter können das Leben der Obdachlosen ein wenig angenehmer machen. Denke über den Tellerrand hinaus: Thermo- oder Wollsocken, wasserdichte Handschuhe, kaubare, immunstärkende Vitamine, Lippenstift, Sonnenschutzmittel und Pflaster, und natürlich nicht verderbliche Lebensmittel. Oder schicke verantwortungsvolle Weihnachtsgeschenke an das örtliche Waisenhaus.

Spende an lokale oder internationale Wohltätigkeitsorganisationen,
an die Du glaubst. Trotz der Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, haben viele von uns immer noch so viel, für das wir dankbar sein können, sei es für unsere Gesundheit, unseren Arbeitsplatz, die Sicherheit unserer Familien oder unser Zuhause. In vielen Teilen unseres Landes und der Welt haben Kinder und Familien zu kämpfen, und die weltweite COVID-19-Pandemie hat die Dinge noch schwieriger gemacht.

  1. Beteiligung an einer Spendenaktion, die uns bewegt, oder selber eine starten 
    Eine Freundin von mir teilte kürzlich einen Link zu ihrer Spendenaktion, der mich zum Nachdenken brachte. Wir müssen keinen besonderen Feiertag oder Anlass haben, um eine Spendenaktion zu starten. Es gibt so viele Menschen, die Unterstützung brauchen, und so viele Wohltätigkeitsorganisationen, die sich unermüdlich für sie einsetzen, dass es ein unermesslicher Akt der Freundlichkeit wäre, zu helfen, einfach so.
  2. In kleinen, lokalen Geschäften einkaufen oder online Bewertungen abgeben
    Die Unterstützung kleiner lokaler Unternehmen ist wichtiger denn je. Vielen kleinen und unabhängigen Unternehmen steht in den kommenden Monaten eine ungewisse Zukunft bevor. Warum sollten wir sie nicht in unsere Einkäufe einbeziehen? Einige Ideen: Kaufe einen Geschenkgutschein für einen Salon oder ein Spa in der Nähe, kaufe auf einem örtlichen Bauernhof,  in einem Feinkostladen oder einer Bäckerei ein, kaufe Geschenke für Geburtstage oder andere Anlässe in kleinen Online-Shops, und schau Dir die handgefertigten Produkte an, die zum Verkauf stehen.  Wenn Du nicht das nötige Kleingeld hast, könnest Du trotzdem helfen, indem Du eine 5-Sterne-Bewertung für Deine bevorzugten lokalen Geschäfte ausfüllst.
  3. Natürlich und fair einkaufen und verschenken
    Beim Einkaufen kann man die Erde und die Menschen, die Produkte unter schwierigen Bedingungen herstellen, schonen und auf Natur und Fairness achten – weniger Plastik, weniger Verpackung, weniger Müll.  Denken wir daran, uns zu fragen: Wo wird das Produkt hergestellt? Wenn der Kauf nicht fair und sozial und ökologisch verantwortungsvoll ist, könnten es in dieser Saison vielleicht Geschenke in Form von „Zeit schenken“ oder „tauschen“ sein?
  4. Seien wir eine ermutigende und positive Online-Stimme – eine freundliche Online-Plattform
    Wir alle haben schon Beiträge und Kommentare von Leuten gesehen, die sich nur auf das Negative konzentrieren oder andere herabsetzen wollen. Online-Mobbing kann schädliche Auswirkungen haben, warum also nicht das Gegenteil tun? Nutzen wir unsere Online-Plattformen für „Freundlichkeit“, um andere aufzumuntern. Konzentrieren wir uns darauf, gute Nachrichten zu verbreiten, und wir werden jemand sein, von dem die Leute gerne hören.
  5. Die Umwelt unterstützen 

Nimm Dir bei Deinem nächsten Wald- oder Strandspaziergang einfach einen zusätzlichen Plastiksack mit und sammle den Müll ein. Melde Dich für eine monatliche Spende für Organisationen wie Greenpeace an oder verschenken diese Mitgliedschaft. Pflanze regelmäßig einen Baum oder verschenken einen Baum. Ich denke, dass Du weißt, wie man der Natur gegenüber freundlich ist – erinnern wir uns daran – Mutter Erde braucht uns mehr denn je! Unsere kleinen Taten haben einen Schmetterlingseffekt.

  1. Zeit und Raum schenken

Lasse jemanden vor Dir in die Straßenbahn einsteigen. Gib jemand anderen den besten Parkplatz. Überlasse jemandem Deinen Platz in einem überfüllten Bus oder in der U-Bahn. Halte an, um jemandem zu helfen, der verloren aussieht. Lebensmitteleinkauf für Deinen Nachbarn? – die Liste ist endlos – hast Du noch weitere Ideen, die Du hinzufügen möchtest? Bitte schreibe mir an  beate@yogabali.com

  1. Komplimente
    Jemanden den Tag mit einem Kompliment verschönern! Richte ein aufmunterndes Wort an Servicekräfte wie Kassierer:innen, Verkäufer:innen im Lebensmittelgeschäft, BusfahrerInnen, Kellner:innen, Zusteller:innen usw. Wir verlassen uns so sehr auf diese Menschen, und doch werden sie oft wenig wertgeschätzt (Du kannst den Freundlichkeitsgrad sogar noch mit einem Kompliment an den Chef über diese Person hinaufschrauben, yay! Oder mit einem online review vielleicht?).
  2. Einfach lächeln!

In einer Welt, in der wir alles sein können, können wir freundlich zueinander sein, besonders, wenn wir unterschiedliche Meinungen haben. Eine Meinung ist nur eine Meinung – ein Gedanke. Sie kann sich schon morgen ändern, so wie sich die Erde von flach zu rund verändert hat. Wer kennt die endgültige Wahrheit? Niemand. Lasst uns freundlich sein!

Alles Liebe in dieser besonderen Jahreszeit und eine friedliche Festzeit wünsch ich Euch! Ich freue mich auf Euch online zur Yoga Praxis zusammen als Gemeinschaft!

Namaste Beate

 

geschrieben von Beate McLatchie